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Die Katzenmutter von Liburnien

Frau Dragica Vuliæ, Opatija Es ist ein wunderschöner sonniger Tag im Februar, aber die eisige Bora bläst mit voller Kraft, so daß es unglaublich kalt ist und man das Gefühl hat, die Windböen könnten einen umwerfen. Heute bin ich verabredet mit Frau Dragica in Opatija, die seit über 40 Jahren in einer alten Villa im Dachgeschoss wohnt, zusammen mit z.Zt. 11 Katzen, die sie alle von der Strasse gerettet hat, meist kranke oder behinderte Tiere. Frau Dragica versorgt neben «ihren» Katzen noch mehrere Gruppen von Strassenkatzen mit Futter, hat ihnen kleine Unterstände und Liegeplätze aus Karton und alten Decken gebastelt, die sie auf dem Grundstück einer alten verlassenen Villa aufgestellt hat. An diesem Tag begleite ich Frau Dragica auf ihrer «Tour», die sie jeden Tag mindestens zwei mal macht, um an die 30 Katzen mit Futter und Wasser zu versorgen. Heute möchten wir zusammen eine Art «Bestandsaufnahme» machen, welche der weiblichen Katzen noch zu kastrieren sind, wir schauen, ob alle Tiere soweit gesund sind und ob welche fehlen. Frau Dragica kennt alle ihre Schützlinge genau, alle haben einen Namen, sie weiß genau bescheid um Geschlecht, Gesundheitsprobleme der Tiere, wer fehlt und wer «verschwunden» ist. Wegen der Kälte haben sich viele der Katzen versteckt, sie kommen jedoch sofort, wenn sie Frau Dragica hören, hungrig warten sie auf Futter, aber viele auch einfach auf die Streicheleinheiten und die Zuwendung, die sie von Frau Dragica bekommen. Es gelingt uns, 3 weibliche Tiere einzufangen, die ich am nächsten Tag zur Kastration fahren und nach einigen Tagen Aufenthalt bei uns im Asyl wieder an ihren angestammten Plätzen aussetzen werde. Ohne die Hilfe von Frau Dragica würde ich mich garnicht zurechtfinden, sie weiß genau, wo sich die Tiere verstecken, welches am nötigsten kastriert werden muß oder krank ist. Viele Anwohner und Nachbarn beschweren sich über die Katzenkolonien, einige Tiere wurden schon vom staatlichen Tierarzt eingefangen und wohl getötet, obwohl dies durch die verschärften Tierschutzgesetze in Kroatien strengstens verboten ist. Darunter waren auch Tiere, die unser Verein im Auftrag der Stadt Opatija bereits kastriert hatte, Opatija übernimmt ja die Kosten von 100 Kastrationen jährlich, welch eine grausame Ironie! Unser Verein forschte nach dem Verbleib der Tiere, leider bisher ohne Erfolg, wir brachten diese Sache jedoch bei der zuständigen Veterinärinspektorin zur Anzeige. Nach erfolgreicher «Jagd» verstaue ich die Katzen abgedeckt im Auto, damit sie etwas zur Ruhe kommen, bevor ich sie zu uns nach Lovran fahre. Frau Dragica lädt mich auf einen Kaffee zu sich ein, und obwohl ich nicht zum ersten Mal bei ihr zuhause bin, erschüttert mich immer wieder, wie arm diese Frau doch ist! Acht ihrer Katzen sind in einem relativ grossen Vorraum untergebracht, leider regnet es dort herein, und es ist auch kalt. Die Tiere haben zwar Katzentoiletten, da aber der zu kaufende Katzensand viel zu teuer wäre für Frau Dragica, legt sie sie mit alten Zeitungen aus, was natürlich schon zu schlimmen Auseinandersetzungen mit den Nachbarn wegen der Geruchsbelästigung führte, vor allem im Sommer. Dennoch ist alles sehr sauber, die Tiere haben ihre «Nester» auf alten Stühlen,die mit alten Decken abgepolstert sind, und genügend Futter und Wasser. In den eigentlichen Wohnräumen hält Frau Dragica noch 3 Kater, die sich untereinander und mit den anderen Katzen nicht vertragen, einer hatte Frau Dragica sogar im Schlaf schon angefallen und heftig gekratzt. Die Woche davor habe ich die Kater kastrieren lassen sowe das letzte weibliche Tier, das, wie Frau Dragica selbst genau richtig eingeschätzt hatte, schon einen Gebährmuttertumor hatte. Natürlich kann sie sich die Kastrationen nicht leisten, so ist unser Verein eingesprungen, auch Futter habe ich ihr mitgebracht. Nun trinken wir unseren Kaffee, Milch hat sie kaum noch, der Kühlschrank ist wirklich total leer bis auf 3 Dosen Katzenfutter.


Mich macht das sehr traurig, aber Frau Dragica beschwert sich nicht, dennoch weiß ich, daß sie dringend Hilfe braucht. Ihre Rente beträgt monatlich 1200 Kuna, dies wären so umgerechnet 165 € , von diesem Geld muß sie sich selbst versorgen und kauft noch das Futter für ihre Katzen und für all die «Streuner», die ohne Ihre Hilfe verhungern würden. Zum Glück muß sie wenigstens keine Miete bezahlen, da ihr die kleine Wohnung gehört, aber sie schläft auf alten Decken, hat wenig Geschirr etc. Frau Dragica ist eine sehr interessante und aufgeschlossene Person, die nun nicht einfach Tiere aufsammelt und bei sich hortet, sie setzt sich sehr für die Kastrationen ein, weiß viel über Katzenkrankheiten, es ist eine Freude und Bereicherung, mit ihr zusammenzuarbeiten. Ich hatte die Idee, einen Aufruf zu starten, um eine Art Patenschaft für Frau Dragica einzurichten, um sie mit Futter zu versorgen. Gemeinsam haben wir ausgerechnet, daß sie ca. 30 - 40 kg Futter im Monat benötigt (für alle ihre Schützlinge), dies wären ca. 50 € an Unkosten. Ich hatte mir vorgestellt, dass die «Verwaltung» der gespendeten Gelder für die Patenschaften unser Verein übernimmt, dies jedoch keinesfall aus Mißtrauen gegenüber Frau Dragica. Zum einen hat sie kein Auto, und muß daher das überteuerte Trockenfutter in einem kleinen Zooladen kaufen, zum anderen könnten wir so alle Ausgaben genau steuern und Buch darüber führen, die Rechungen sammeln etc, damit wir den Paten gegenüber jederzeit Rechenschaft ablegen können. Wir würden uns dann von Frau Dragica den Empfang der Futterspenden schriftlich bestätigen lassen und das billigst mögliche Futter beim Großhandel für sie kaufen und zu ihr fahren. Wenn es uns gelingt, eine oder mehrere Futterpatenschaften (insgesamt 50 ¬ ) zu erhalten, würden wir gerne anschliessend noch Paten für die Beschaffung von Katzenstreu suchen, hierführ wären die geschätzten Ausgaben ebenfalls ca. 50 ¬ . Ich plane, regelmässig kleine Berichte über Frau Dragica und Ihre Katzen zu verfassen, bitte helfen Sie uns, Menschen zu unterstützen, die den armen Strassentieren helfen, sie betreuen und sich oft über die eigenen Möglichkeiten hinaus für sie einsetzen. Alle Katzengruppen, die Frau Dragica betreut, befinden sich in der Nähe des weltberühmten Küstenwanderweges von Lovran nach Opatija, viele Touristen beklagten sich viele Jahre über das sichtbar grosse Katzenelend dort, aber mit Hilfe von Menschen wie Frau Dragica und durch die Kastrationsaktionen, die unser Verein durchführt, hat sich die Situation schon wesentlich gebessert, aber es gibt noch viel zu tun! Bitte unterstützen Sie mit Ihrer Spende/Übernahme einer Patenschaft «die Katzenmütter von Liburnien», weitere engagierte Damen werde ich Ihnen in Kürze noch vorstellen.

Ich bedanke mich im Namen von Frau Dragica
Ihre Doris Petrièiæ - "Lunjo i Maza"


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